Stellungnahme zum Landespsychiatrieplan für Niedersachsen

Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Cornelia Rundt hat am 30.05.2016 den Landespsychiatrieplan für Niedersachsen vorgestellt. Dieser enthält Planungsschwerpunkte zur Versorgung psychisch kranker Menschen für die nächsten zehn Jahre.

Als Ziele werden darin eine verbesserte Vernetzung der Leistungserbringer, die Verbesserung der ländlichen Versorgung sowie der Versorgung in der Geronto-, Kinder- und Jugendpsychiatrie nach dem Prinzip „ambulant vor stationär“ hervorgehoben. Für die Bereiche Wohnen und Arbeit sowie für die niedrigschwellige Betreuung werden vornehmlich Versorgungsleistungen im Rahmen der Eingliederungshilfe beschrieben. In Bezug auf Arbeit werden mehr Engagement und Unterstützung zum Erhalt von Arbeitsplätzen empfohlen. Integrationsfirmen und niedrigschwellige Arbeitsmöglichkeiten im Hinzuverdienst entstehen. Mit Verweis auf international bereits erfolgreich erprobte Strategien wie „First place, then train“ werden „unterstützte Beschäftigungsmöglichkeiten“ insbesondere auch im Rahmen von Modellprojekten empfohlen. Neben Empfehlungen zur Weiterentwicklung beruficher Förderleistungen stellt der Landespsychiatrieplan Koordinierungsleistungen im Rahmen der sozialpsychiatrischen Dienste in den Vordergrund. 

Die im Landespsychiatrieplan Niedersachsen dargestellten Pläne beschränken sich vornehmlich auf Leistungsbereiche im SGB V und SGB XII sowie auf Koordinierungsaufgaben gemäß NPsychKG. Nicht berücksichtigt werden die zu fordernde Gleichstellung psychisch und somatisch Kranker und damit einhergehend die Gewährung kurativer und rehabilitativer Leistungen im gegliedertem Sozialversicherungssystem.

Kritisch soll angemerkt sein, dass am Ende aber die berufiche Integration in den allgemeinen Arbeitsmarkt stehen sollte, damit psychisch Kranke eine gerechte Chance erhalten, dieses Ziel im Vorgriff chronischer Entwicklungen erreichen zu können! Durch eine vorrangig auf Akutbehandlung und Eingliederungshilfe aufbauende Versorgung wie im Landespsychiatrieplan vorgesehen, wird allerdings die Chronizität psychischer Leiden nur gefördert.

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